Mobile Industriereinigung mit Trockeneis

Die Industriereinigung mit Trockeneis ist ein trockenes Strahlverfahren für Maschinen, Anlagen und Fahrzeug-Chassis: CO2-Pellets verspröden Fett, Schmutz und lose Beschichtungen, die Druckluft löst sie ab, das Eis sublimiert rückstandsfrei.

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Torben Ruttloff, Inhaber
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    Ratgeber · IndustriereinigungZuletzt aktualisiert · Juli 2026

    Industriereinigung mit Trockeneis: Verfahren und Praxisbericht im Überblick

    Die Industriereinigung mit Trockeneis ist ein trockenes Strahlverfahren für Maschinen, Anlagen und Fahrzeug-Chassis: CO2-Pellets mit minus 78,5 Grad Celsius verspröden Fett, Schmutz und lose Beschichtungen, die Druckluft löst sie ab, und das Eis sublimiert vollständig zu Gas. Es bleiben weder Wasser noch Strahlmittel zurück, der Untergrund ist sofort trocken und bereit für den nächsten Arbeitsschritt.

    Dieser Ratgeber zeigt das Verfahren an einem dokumentierten Projekt aus meinem Betrieb: der Aufarbeitung eines Düngekalkstreuers, von der groben Entrostung über das Trockeneisstrahlen bis zum neuen 2K-Lackaufbau, mit Fotos, Video und den Punkten, die ich beim nächsten Mal anders angehe.

    Vorher-Nachher-Vergleich am Düngekalkstreuer: verwitterter Altlack mit Rost links, frisch lackierte grüne Oberfläche rechts nach Industriereinigung mit Trockeneis
    Vorher und nachher am Düngekalkstreuer: links der verwitterte Altlack, rechts das Chassis nach der Industriereinigung mit Trockeneis und dem neuen 2K-Aufbau.
    Torben Ruttloff, Inhaber von Ruttloff Trockeneisstrahlen
    Torben Ruttloff
    Inhaber · Trockeneisstrahlen

    „Vor jeder Lackierung zählt der Untergrund. Trocken gestrahlt heißt: keine Feuchtigkeit, die später unter der neuen Schicht arbeitet.“

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      Das Verfahren

      Industriereinigung mit Trockeneis: so arbeitet das trockene Strahlverfahren

      Bei der Industriereinigung mit Trockeneis treffen Pellets aus festem CO2 mit 4 bis 16 bar Druckluft auf die verschmutzte Fläche. Der Kälteschock von minus 78,5 Grad Celsius versprödet die Schmutzschicht, der Impuls sprengt sie ab, und beim Sublimieren dehnt sich das Gas um das 700- bis 1000-fache aus.

      Dieser dreifache Effekt aus Kälte, Impuls und Sublimation löst genau die Verschmutzungen, die in Betrieben am häufigsten stören: Fett, Öl, Trennmittel, Staubpakete und lose Altbeschichtungen. Weil das Medium vollständig zu Gas wird, bleibt kein Strahlmittel in Führungen, Lagern oder Bohrungen zurück, und es entsteht kein Abwasser. An Schaltschränken und Elektromotoren lässt sich trocken und stromlos arbeiten, wo eine Nassreinigung von vornherein ausscheidet.

      Trocken

      Keine Feuchtigkeit in Hohlräumen, Schweißnähten oder an der Elektrik. Der Untergrund kann direkt weiterbearbeitet werden.

      Rückstandslos

      Das CO2 sublimiert vollständig. Übrig bleibt nur der abgelöste Schmutz, der sich trocken zusammenkehren lässt.

      Materialschonend

      Der Strahl ist von behutsam bis kraftvoll dosierbar. Feste Untergründe wie Metall bleiben in ihrer Substanz erhalten.

      Der Vergleich

      Nass oder trocken: was vor einer Lackierung den Unterschied macht

      Nasse Verfahren wie die Hochdruckwäsche reinigen großflächig und schnell, tragen aber Feuchtigkeit in Hohlräume, Falze und Schweißnähte ein. Ein trocken gestrahlter Untergrund ist dagegen sofort beschichtbar. Wenn nach der Reinigung ein Lackaufbau folgt, entscheidet dieser Punkt über die Haltbarkeit des Ergebnisses.

      KriteriumNassreinigung (Wasser, Hochdruck)Trockeneisstrahlen
      FeuchtigkeitWasser dringt in Hohlräume, Falze und Nähte einKein Wasser, der Untergrund bleibt trocken
      RückständeAbwasser muss aufgefangen und entsorgt werdenKein Abwasser, kein Strahlmittelrest
      ElektrikNur mit Abdeckung und Trocknungszeit möglichTrocken und stromlos einsetzbar
      KorrosionRestfeuchte begünstigt Flugrost auf blankem MetallKein eingetragenes Wasser, zügig beschichten
      LackaufbauErst nach vollständiger TrocknungDirekt im Anschluss möglich
      MaterialabtragKein gezielter AbtragKein Abtrag, Rost braucht ein abrasives Verfahren

      Zur Einordnung: Eine Nasswäsche ist nicht falsch, wenn danach keine Beschichtung folgt und Feuchtigkeit unkritisch ist. Für die Industriereinigung mit Trockeneis spricht der Ablauf immer dann, wenn die Fläche anschließend grundiert oder lackiert werden soll, oder wenn Wasser an der Technik nichts verloren hat.

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      Praxisbericht

      Praxisbericht: Industriereinigung mit Trockeneis am Düngekalkstreuer

      Im Juli 2026 habe ich einen Düngekalkstreuer aus der Landwirtschaft aufgearbeitet: die erste Industriereinigung mit Trockeneis dieser Art in meinem Betrieb, abgeschlossen an einem Arbeitstag inklusive Anfahrt. Das Ziel war ein tragfähiger, trockener Untergrund für den neuen Lackaufbau am Chassis.

      Objekt

      Düngekalkstreuer, Landtechnik

      Zeitrahmen

      1 Arbeitstag inklusive Anfahrt

      Ergebnis

      Chassis neu beschichtet, 2 Lackschichten

      Der Ausgangszustand war deutlich: verwitterter Altlack, Rostnarben und geschweißte Reparaturstellen an einem Chassis, das seit Jahren im Einsatz steht. Genau solche Maschinen sind der Praxistest für ein Reinigungsverfahren, denn hier entscheidet sich, ob der Untergrund am Ende eine neue Beschichtung trägt oder nicht.

      Die Ablaufkette an diesem Tag

      1. Grobe Entrostung: die stärksten Roststellen mit der Flex heruntergeschliffen.
      2. Trockeneisstrahlen: Altlack, Schmutz und lose Schichten am gesamten Chassis trocken abgetragen.
      3. 2K-Grundierfüller: alle blank liegenden Metallstellen grundiert.
      4. Entfettung: die Flächen mit Silikonentferner abgewaschen, damit der Decklack haftet.
      5. 2K-PU-Chassislack: zwei Schichten als neuer, robuster Abschluss.
      Nahaufnahme der verwitterten Lackschicht mit Rostansatz am Düngekalkstreuer vor der Industriereinigung mit Trockeneis
      Vorher: Rostansatz im Detail
      Teilweise mit Trockeneis gestrahlte Streuscheiben und Gehäuse eines Düngekalkstreuers während der Industriereinigung mit Trockeneis, sichtbarer Übergang von Altlack zu grauer Grundierung
      Während der Arbeit: teilgestrahlte Flächen

      Die Grundvoraussetzung für den Lackauftrag war das trockene Strahlen. Mit Wasser oder Hochdruck wäre Feuchtigkeit in Hohlräume, Falze und Schweißnähte gezogen, und der neue Aufbau hätte auf einem feuchten Untergrund gestanden. Nach der Industriereinigung mit Trockeneis war das Chassis dagegen sofort trocken und ohne Wartezeit bereit für Grundierung, Entfettung und Decklack.

      Das Projekt im Video

      Das Video zeigt die Industriereinigung mit Trockeneis am Kalkstreuer in zwei Phasen: zuerst den Ausgangszustand mit Altlack und Rost, ab Sekunde 8 das gereinigte und frisch lackierte Chassis. Über die Buttons springen Sie direkt zum jeweiligen Abschnitt.

      Lackiervorbereitung

      Vom gestrahlten Chassis zum 2K-Lackaufbau

      Ein 2K-Lackaufbau braucht einen trockenen, sauberen und fettfreien Untergrund. Blanke Metallstellen erhalten zuerst einen 2K-Grundierfüller, danach werden alle Flächen mit Silikonentferner entfettet, und erst dann folgt der Decklack. Das Trockeneisstrahlen liefert für diese Kette den passenden Ausgangspunkt, weil es reinigt, ohne Feuchtigkeit zu hinterlassen.

      Beim Kalkstreuer sah diese Kette so aus: Grundierfüller dort, wo das Metall blank lag, danach die Entfettung mit Silikonentferner, dann zwei Schichten 2K-PU-Chassislack. Der Kern der Industriereinigung mit Trockeneis ist der Untergrund, auf dem eine Beschichtung hält; beim Kalkstreuer gehörte der Lackauftrag mit zum Auftrag.

      Seitenansicht eines Düngekalkstreuers nach der Trockeneisreinigung mit neu aufgetragenem 2K-Lack in Grün
      Nach dem Aufbau: das Chassis mit zwei Schichten 2K-PU-Chassislack.
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      Einordnung

      Einsatzbereiche und Grenzen der Industriereinigung mit Trockeneis

      Die Industriereinigung mit Trockeneis eignet sich für Maschinen, Aggregate, Anlagen und Produktionslinien, für Bereiche mit Elektrik und für Fahrzeug- und Maschinenchassis vor einer Beschichtung. Ihre Grenzen liegen beim Rostabtrag, bei festsitzenden eingebrannten Schichten und überall dort, wo gezielter Materialabtrag gefragt ist.

      Wo die Industriereinigung stark ist

      • Maschinen und Aggregate: fettfreie Flächen für Wartung, Leckagesuche und Instandsetzung.
      • Anlagen und Produktionslinien: trockene Reinigung ohne Abwasser und ohne Strahlmittelrest.
      • Schaltschränke und Elektromotoren: stromlos und ohne Feuchtigkeit an der Technik.
      • Chassis von Fahrzeugen und Landmaschinen: Vorbereitung für Grundierung und Lackaufbau.

      Wo die Industriereinigung Grenzen hat

      • Rost: wird nicht abgetragen; festsitzender Rost braucht ein abrasives Verfahren wie meine Niederdruck-Strahltechnik.
      • Eingebrannte Schichten: alte, festgebackene Beläge brauchen mehr Zeit und mehr Eis.
      • Lautstärke: gearbeitet wird mit Gehörschutz, in Betrieben nach Möglichkeit in ruhigen Zeitfenstern.

      Für Aufgaben mit gezieltem Abtrag, etwa Rost oder festsitzende Altbeschichtungen, arbeite ich mit der Niederdruck-Strahltechnik als zweitem Verfahren. So lässt sich je Bauteil entscheiden, welches Vorgehen zum Ziel führt, statt alles mit einer Methode zu erzwingen.

      Wer hier schreibt

      Fachlicher Hintergrund zu diesem Ratgeber

      Dieser Beitrag beruht auf einem selbst ausgeführten Projekt, den dort gemessenen Werten und den dokumentierten Arbeitsschritten. Ich beschreibe die Industriereinigung mit Trockeneis so, wie sie an der Maschine abläuft, einschließlich der Stellen, an denen ich beim nächsten Projekt anders vorgehen werde.

      Torben Ruttloff, Inhaber von Ruttloff Trockeneisstrahlen

      Torben Ruttloff, Inhaber von Ruttloff Trockeneisstrahlen

      Mechatroniker, staatlich geprüfter Elektrotechniker, Wirtschaftsingenieur (B.Eng.)

      Ich führe jeden Einsatz selbst durch, vom ersten Foto bis zur Übergabe. Meine Praxis kommt von Baumaschinen, Getrieben, Fahrzeugunterböden und dem hier dokumentierten Kalkstreuer-Projekt.

      Ich arbeite mit professioneller Trockeneisstrahl-Ausrüstung, einem leistungsstarken Kompressor, verschiedenen Düsen und der Niederdruck-Strahltechnik für abrasive Aufgaben.

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      Häufige Fragen

      Häufige Fragen zur industriellen Trockeneisreinigung

      Die folgenden Fragen stammen aus den häufigsten Suchanfragen zum Thema und aus Gesprächen mit Anfragenden. Die Antworten fassen zusammen, was in diesem Ratgeber ausführlicher steht, von der Funktionsweise über die Kosten bis zu den Punkten, die im Umgang mit Trockeneis wichtig sind.

      Was ist industrielle Trockeneisreinigung?

      Industrielle Trockeneisreinigung bezeichnet die Reinigung von Maschinen, Anlagen und Bauteilen mit CO2-Pellets, die bei minus 78,5 Grad Celsius auf die Oberfläche treffen. Schmutz und lose Schichten verspröden und werden abgesprengt, das Eis sublimiert vollständig. Es bleiben kein Wasser, keine Chemie und kein Strahlmittel zurück.

      Was sind die Nachteile der Trockeneisreinigung?

      Trockeneis trägt keinen Rost ab, für Abtragsaufgaben braucht es ein abrasives Verfahren. Auf blankem Metall kann sich durch den Temperaturunterschied Kondenswasser bilden, deshalb sollte zügig grundiert werden. Eingebrannte oder sehr alte Schichten kosten mehr Zeit und Eis, und das Verfahren ist laut. Diese Punkte gehören in jede Planung.

      Was kann man alles mit Trockeneis reinigen?

      Gut geeignet sind feste Untergründe wie Metall und Lack: Maschinen, Getriebe, Anlagen, Schaltschränke, Fahrzeugunterböden und Chassis. Fett, Öl, Trennmittel und lose Altbeschichtungen lassen sich abtragen. Weniger geeignet ist das Verfahren bei porösen, saugenden Flächen und überall dort, wo Materialabtrag gewünscht ist.

      Was kostet eine Reinigung mit Trockeneis?

      Bei mir liegen kleinere bis mittlere Maschinen bei 300 bis 1.200 Euro netto, größere Maschinen bei 350 bis 1.500 Euro. Dazu kommen der Trockeneisverbrauch mit 1,68 Euro netto pro Kilogramm und die Anfahrt je nach Entfernung. Eine belastbare Zahl gibt es nach Fotos und einer kurzen Beschreibung des Objekts.

      Was darf man mit Trockeneis nicht machen?

      Trockeneis nie mit bloßen Händen anfassen, bei minus 78,5 Grad Celsius drohen Kaltverbrennungen. Und es gehört nicht in kleine, unbelüftete Räume, da das CO2 den Sauerstoff verdrängt.

      Welche drei Dinge sollte man im Umgang mit Trockeneis auf keinen Fall tun?

      Erstens: ohne Schutzhandschuhe arbeiten. Zweitens: Trockeneis in dichten Behältern oder im geschlossenen Fahrzeuginnenraum transportieren und lagern. Drittens: in engen Räumen ohne Lüftung strahlen oder lagern. Beim Strahlen kommen Gehörschutz und Atemschutz dazu, weil Lärm und gelöste Partikel entstehen.

      Kontakt

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      Wenn Sie eine Industriereinigung mit Trockeneis für Ihre Maschine, Anlage oder Ihr Chassis planen, schicken Sie mir Fotos und eine kurze Beschreibung der Verschmutzung. Sie bekommen innerhalb von 24 Stunden eine Ersteinschätzung, ob das Verfahren zu Ihrem Objekt passt und was der Einsatz kostet.

      Torben Ruttloff, Inhaber von Ruttloff Trockeneisstrahlen
      Torben Ruttloff
      Inhaber · Trockeneisstrahlen

      „Anhand Ihrer Fotos ordne ich vorab ein, ob Trockeneis oder die Niederdruck-Strahltechnik zu Ihrem Objekt passt.“

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